Natur & Region erleben

| Natur & Region erleben

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Unsere Region & Natur erleben

Menschen, Tiere, Pflanzen, Erde – bei uns findest du keine Sensationen, sondern Natur, wie sie wirklich ist: ursprünglich, lebendig und ehrlich. Unser Haus versteht sich als Liebeserklärung an die Natur und an alle, die sie achten, schützen und genießen. Hier im Wendland darf Natur einfach Natur sein – und du kannst sie mit allen Sinnen erleben.

Naturerlebnisse & Ausflüge im Wendland

Komm mit uns hinaus! Wir nehmen dich mit auf geführte Wanderungen und Naturtouren zu unterschiedlichen Themen. Ob durch die uralten Buchenwälder der Göhrde, entlang der Elbtalaue oder auf den Spuren der Wölfe – jede Tour öffnet neue Perspektiven auf die faszinierende Vielfalt unserer Region.

 

Kenny Kenner und Kolleg:innen teilen ihr Wissen über Tiere, Pflanzen und Landschaften und erzählen Geschichten, die verbinden – mit der Natur und mit dem Wendland selbst. Im Lauf des Jahres führen wir dich an wechselnde Orte, die auf ihre ganz eigene Weise zeigen, wie reich und schützenswert unsere Heimat ist. 

 

Erlebe die Ruhe, spüre die Erde unter deinen Füßen und entdecke, wie viel Magie in echter, unverfälschter Natur steckt.

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Lasse Dich von uns inspirieren, stöbere durch unsere Links und Geschichten und komme bei Fragen gerne auf uns zu! 

Der Naturpark Wendland.Elbe - eine Landschaft voller Kontraste 

Zwischen Flussauen, Wäldern und sanften Hügeln zeigt sich hier eine einzigartige Mischung aus Natur, Kultur und Geschichte. Der Naturpark Wendland.Elbe lädt zum Wandern, Entdecken und Staunen über die Vielfalt unserer Region ein.

Ein einzigartiger Lebensraum, in dem sich Flussauen, Wälder und Wiesen zu einem faszinierenden Netzwerk aus Flora und Fauna verbinden. Hier lassen sich seltene Tiere beobachten und die Kraft der Elbe hautnah erleben.

Nicht nur geografisch gesehen, sondern auch seelisch sind wir mit ganzem Herzen hier zu Hause. Wir lieben die Vielfältigkeit der Landschaft, sei es der bewaldete kleine Höhenzug Drawehn mit Wäldern und Dörfern, sei es die Elbe, die in sich ruhende Stille verströmt, während sie langsam dahin fließt, seien es die kleinen Dörfer, die oft wie unseres unter 10 Einwohnern haben. Uns liegen die Bewohner am Herzen, sei es die etwas dröge Langsamkeit, mit der wir auf die Welt sehen, erwarte keine Höchstgeschwindigkeit, hier gehen die Uhren langsamer, seien es die vielen durch Gorleben zugezogenen Menschen, die den Landkreis lebendiger machen, die hier ihre ganz privaten Träume leben.

 

Barbara Kenner berichtet über Ihre Erfahrungen, Erlebnisse und Gedanken rund um die Elbe

Vor einiger Zeit gab es hier in Hitzacker eine Lesung mit Axel Kahrs zum Thema Elbe. Wie gewohnt war es wunderbar, denn Axel Kahrs hat eine so wunderbare Art, einen mitzunehmen in die Welt seiner Literatur, liebevoll, ironisch, leicht und spannend, es ist eine Wonne ihm zuzuhören, und immer komme ich aus diesen Lesungen mit mindestens einem neuen Denkanstoß. Diesmal war es die Elbe und wofür sie steht. Er sagte, dass es wenig Literatur zur Elbe gibt und die Elbe ja auch gemeinhin als unspektakulär empfunden wird – vor allem verglichen mit dem Rhein, dem literarischen und romantischen unter den Flüssen, die Deutschland durchqueren. Das hat mich bewegt, ich war fast empört – ist doch die Elbe für mich Begleiterin einer sehr langen Zeit.

 

Ich erinnere mich an einen Nachmittag vor bestimmt schon 10 Jahren, als Kenny und ich an die Elbe gegangen waren, was wir eigentlich selten taten, da wir diese Trauer nicht aushalten konnten. Wir setzen uns, blickten auf die Elbe und auf einmal schauten wir uns an – der Chemikaliengeruch war weg. Ich habe geweint vor Freude. Und wie habe ich mich gefreut, als sie langsam wieder immer sauberer wurde. 

 

 Als ich endlich mit meinen Füßen ihren Sandstrand entlanglaufen konnte, barfuß und halb im Wasser, halb im Sand. Dann habe ich das erste Mal gebadet in der Elbe. Und mich gefühlt, als würde ich in den Armen einer Urmutter gewiegt. Das ist das Gefühl, das mir die Elbe gibt, mütterlich. Ich sitze am Strand, schaue auf die sanften Wellen und lasse mich und meine Gedanken treiben. Ich nähre mich an ihrer Ruhe und komme dem Sein so nahe wie an wenigen Plätzen, die ich kenne.

 

Und das ist es auch, was die Nähe dieses riesigen, ruhigen und behäbigen Flusses für mich tut, sie bringt Ruhe in unsere Landschaft, in unser Gefühl, in unser Leben. Seit ewigen Zeiten ist sie einfach da, diese Elbe, aufgrund der politischen Gegebenheiten nicht eingemauert, nicht ausgebaggert, sie ist der ursprünglichste Fluss in der Mitte Europas, den wir vorzuweisen haben, denn die langen Jahre der Grenzstreitigkeiten zwischen den beiden deutschen Staaten haben anderes nicht zugelassen.

 

Ich wünsche mir, dass es so bleibt, dass wir sie einfach lassen, diese wunderbare Elbe, dass wir dieses Gefühl, ein kleines Wesen im Angesicht einer wunderbaren Natur, in der wir geborgen sind, weiterhin an den Ufern der Elbe spüren können. Besuche sie, schreibe über sie – vielleicht gibt es dann irgendwann doch einiges mehr an Literatur über die Elbe – genieße sie.

Die Göhrde (der Staatsforst Göhrde) ist das größte zusammenhängende Mischwaldgebiet Norddeutschlands und unser Hotel liegt am nordöstlichen Rand dieses Waldes. Gehst du vor die Tür, beginnt auf der anderen Seite der Straße der wunderschöne Wald. Das Besondere an diesem Wald ist seine vielfältige Struktur und die uralte Geschichte seines Bestandes. Die Göhrde war immer Wald, wurde nie komplett gerodet oder abgeholzt und dadurch konnten viele Relikte aus den Zeiten der Urwälder in Nischen überleben und bekommen nun durch naturnäheren Waldbau eine Chance zur Rückkehr und Entwicklung.

 Die große zusammenhängende, fast siedlungsfreie Waldfläche ermöglicht stundenlanges Wandern oder Verharren, ohne einen anderen Menschen zu treffen. Er gibt dir die Möglichkeit mit dir und dem Wald in Einklang zu kommen und den Organismus Wald zu erspüren. Eindrucksvolle und vielfältige Natur, geheimnisvolle Lichtungen und kleine, versteckte Plätze warten in der Göhrde darauf, entdeckt zu werden.

 Hier gibt es sie noch an einigen Stellen, die natürliche Stille, die die Sinne öffnet. Laufen über verträumte Wege, Schauen entlang der langen Bahnen, mit etwas Glück offenbaren sich die Kleinode und Geheimnisse dieses uralten Waldes. 

Ich, Barbara Kenner, bin am Waldrand aufgewachsen … 

… trotzdem war die Göhrde eine Entdeckung für mich. Verschiedenartigste Tiere wohnen hier bei uns, vom Rothirsch über Damwild, Rehe, Mufflons, Wildschweine auch zu Waschbären, Füchsen, Dachsen, Mardern, …. Erstaunlich viele davon haben wir mittlerweile gesehen. Da wir in einem Gebiet wohnen, das sehr wenig Menschen beherbergt – Dübbekold hat ganze 9 Einwohner – haben die Tiere Platz und fühlen sich nicht so sehr gestört.

 

Also gibt es auch bei Spaziergängen immer wieder die wunderbare Möglichkeit, ein paar Tiere auf einer Lichtung zu sehen. Spuren natürlich auch, sowohl als Abdrücke auf dem Boden, als auch Fraßspuren, Spuren an Bäumen, an denen sich Tiere reiben, und vieles mehr.

Zu einem Wald gehört auch seine Vielfältigkeit, was die Art der Bäume anbetrifft, und auch da hat die Göhrde vieles zu bieten. Ursprüngliche und typische Waldgemeinschaften für die Region wie die von Erlen, Eschen, Eichen, Birken und Kiefern, verteilt auf einem Stück Land, dass von ganz feucht bis trocken sich verändert und mit ihm auch seine Bäume.

 

Dann gibt es selbstverständlich auch große Buchenflächen, die Buche erhält sich selbst, beschattet den Waldboden so, dass andere Arten kaum eine Chance haben und wäre in Ruhe gelassen nach einiger Zeit in unserem Klima die Siegerin. Und es gibt forstwirtschaftliche Aufforstungsflächen – ältere Anpflanzungen von Eichen, dicht nebeneinander, um durch späteres Ausholzen gute gerade Bäume zu erhalten, genauso wie die moderne Methode, Naturverjüngung, gegen Wildverbiss eingezäunte Gebiete, die es den Bäumen erlauben, sich eigenständig zu vermehren.

Die Göhrde ist ein alter Waldstandort voller Leben und damit ein idealer Ort für Tierbeobachtungen und Naturfotografie. Hier haben fast alle heimischen Waldtierarten und zahlreiche Vogelarten ihr Zuhause. Mit Geduld und etwas Glück lassen sich Rehe, Wildschweine, Füchse oder seltene Vögel beobachten – besonders in den frühen Morgen- und Abendstunden.

 

Damit du die Tiere in Ruhe erleben kannst, ohne den Forstbetrieb oder die Jagd zu stören, hat das Forstamt Göhrde öffentliche Besucherkanzeln aufgestellt. Wir beraten dich gern, geben Tipps und Hinweise für deine Beobachtungen und stellen bei Bedarf Leihferngläser zur Verfügung.

Auch Gorleben ist Teil unserer Natur – um zu verstehen, welchen Einfluss dies auf unsere Region hat, findest du hier einen Bericht von Barbara über den Transport im November 2006.

Ich persönlich leite mit meinem Mann zusammen ein Hotel, das unglücklicherweise 3 km von der Bahnstrecke entfernt steht. Gekauft haben wir in einem Moment, als die Transporte ausgesetzt waren. Ob ich das heute noch einmal tun würde – ich weiß es nicht. Die ersten Jahre Transporte waren einfach grauenhaft. Ich bin Castorgegnerin und ja, an unserer Tür ist ein Schild mit der Aufschrift BIO-Hotel und ÖkoPension. Sehr verdächtig. Immer wenn die Einsatzkräfte neu waren konnte man es richtig sehen – „Aha, Öko – da müssen wir besonders gut aufpassen.“ 

Im ersten Jahr waren auf einmal am Freitag vor dem Transport an Ortseingang und an Ortsausgang je eine Hundertschaft, die sich fertig machte zum Einsatz, Helme, Schilde, Schlagstöcke hervorholte …

Ich rief die Einsatzleitung an und fragte, was das wohl solle; und bekam zur Antwort, sie wollten das illegale Camp räumen. Meine Nachbarn haben übrigens ebenfalls Beherbergungsbetriebe und so reisen des Öfteren am Freitagnachmittag ca. 100 Personen im 9-Seelen-Dorf an. So auch an besagtem Wochenende. Auf meine Anfrage hin zogen sich die Einsatzkräfte zurück.

Dann kam der Hubschrauber auf der Wiese und schaute in Tagungsraum und Essraum hinein, die leider beide wunderschön verglast sind, mit normalerweise ungestörtem Blick über unser Wiesental. Polizeistreifen alle 15 Minuten mit ca. 6-8 Mannschaftswagen, die entweder im Schritttempo an unseren Essräumen vorbeifuhren oder mit 80 durch das Dorf heizten. 
Also, das Jahr darauf meldete ich mich im Vorhinein an, Freitagnachmittag – Anreise der Gäste. Das war das Jahr, in dem meine Tochter im Kindergarten vom Waldtag nach Hause kommend von einem Trupp Polizisten, die aus drei um die Kinder herum geparkten Mannschaftswagen stürmten, auf die Straße getrieben wurden. Die Polizisten trugen übrigens wiederum Helme, Schilde und Schlagstöcke – die Kinder und die KindergärtnerInnen nicht. Im Zuge dieser Aktion lernte ich einen wunderbaren Konfliktmanager kennen. Er kam in den Kindergarten und hat sich so gut und ernsthaft bei den Kindern entschuldigt, hat ihnen Zeit gegeben, ihn als Menschen unter der Uniform zu entdecken, hat uns Eltern Platz gegeben, unsere Wut zu äußern, und hat die für mich wichtigsten Sätze der Gegenseite gesagt: „Es tut mir sehr leid. So etwas sollte nicht passieren und kein Kind sollte so etwas erleben. Ich kann mich dafür nur entschuldigen.“ Er hat nicht gesagt, „Sie müssen uns auch verstehen…“, und ehrlich gesagt, bei mir wird das Verständnis auch immer kleiner – ich wohne hier, das ist mein Zuhause und die, die mich belästigen, sind die, die mich doch schützen sollten.

Zu Hause, dasselbe Spiel wie immer, alle 15 Minuten Streife, entsetzte und genervte Gäste, Streifenwagen, die gegen Mitternacht auf unserem Parkplatz stehen und laut funken, abgesperrte Straßen zu Zeiten, wenn der Castor noch Tage entfernt war, Angestellte, die nicht mehr zur Arbeit oder nach Hause durften …

Zwei Jahre später bin ich übrigens in eine Personalien-Kontrolle mit meiner Tochter geraten, die sich beim Anblick des Polizeibeamten in Uniform wimmernd unter dem Sitz verkriechen wollte. Und sie ist eigentlich ein mutiges Kind. Im Jahr darauf wechselte die Einsatzleitung – und damit wurde das Klima deutlich angenehmer.

Nicht gut – ich glaube, wenn einer Region so etwas gegen ihren erklärten Willen aufgedrückt wird, gibt es keinen Frieden – aber wenigstens war auf Seiten der Polizei ein deutlicherer Wille zu Koexistenz zu erkennen. Und auch die Konfliktmanager waren zugegen, wie jedes Jahr und mit diesmal deutlich erhöhter Bereitschaft zuzuhören. Wir hatten abends sogar mal den Fall, dass die Streifen vermindert wurden, um die Belästigung für unsere Gäste zu vermindern.

Letztes Jahr gab es die sehr schwierige Schülerdemo in Lüchow. Und mir fiel auf, dass die Kinder hier in einer sehr problematischen Situation aufwachsen. Sie sehen Polizisten selten im Kindergarten oder der Schule bei Verkehrserziehung und Präventionsaufklärung, aber jedes Jahr wieder in der Castorzeit als diejenigen, die sie in vieler Weise behindern, statt ihnen zu helfen. Missverstehen Sie mich nicht – ich halte die Polizei und sehr auch die deutsche Polizei für ein wichtiges Element unseres Staates – ich habe Freunde in Weißrussland und kann mir vorstellen, wie es ist, wenn das Gesetz des Stärkeren herrscht. Und ich respektiere Menschen, die die Entscheidung getroffen haben, mich vor Verbrechern – notfalls auch mit dem eigenen Leben – zu schützen.

Ich weiß, dass ich ohne die Polizei nicht so ruhig leben könnte, wie ich es tue und ich weiß auch, dass viel getan wird zur Kontaktverbesserung zwischen Polizei und Bürgern. In der Castorzeit scheint all dies ausgehebelt. Ich fühle mich wie die Feindin schlechthin – dementsprechend, mit wenig Rechten ausgestattet, wenn mein Kind schlecht behandelt wird, muss ich das hinnehmen, wenn meine Gäste schlecht behandelt werden, soll ich das akzeptieren, mein Zuhause ist jedes Jahr einmal im Ausnahmezustand. Und das zum Schutz des Atommülls, des schlimmsten Mülls, den unsere Zivilisation zu bieten hat.

Mit unserer neuen Einsatzleitung sieht es ja wohl wieder altvertraut aus – nur dem „Feind“ nicht zu nahe kommen und schön die Schreckensbilder der gemeingefährlichen Demonstranten hochhalten – vielen Dank. Mit meiner eigenen Tochter habe ich es jetzt so gehandhabt, ich habe sie zu ihrer Tante gebracht – ich will nicht, dass sie sieht, wie ich zittere vor Wut, weil wieder so ein schnöseliger Beamter in unserem Dorf nachts schön laut das Anfahren mit dem Auto übt. Und ich bin mit ihr des Öfteren zur Wache gegangen – die ersten Male musste ich sie fast hineinzerren, jetzt sieht sie das anders – „Die Polizei ist eigentlich ganz nett – nur in der Castorzeit sind sie anders.“

2010

Mittlerweile hat sich bei mir einiges geändert. Dank auch des Einsatzes einiger Konfliktmanager, habe ich mein Projekt Schule verwirklichen können. Wir haben also gemeinsam eine Schule besucht und haben den dort zur Schule gehenden Kindern einen Gesprächstermin angeboten. Mich hat das Ganze sehr berührt. Ich finde den persönlichen Einsatz der beiden mich begleitenden und für die Polizei sprechenden Männer beeindruckend. 

Sie haben mir erzählt, dass das Konfliktmanagement im Rahmen von Gorleben entstand, dass auch auf Seiten der Polizei zunehmend Unzufriedenheit entstand mit ihrer Situation. Eigentlich ist die Polizei im Rahmen der Gewaltenteilung dafür zuständig, Konflikte zu regeln, Konflikte, die in unserer Gesellschaft auftauchen und die wir als Gesellschaft nicht nach dem Gesetz des Stärkeren regeln wollen, sondern nach gemeinsam aufgestellten Regeln. Und auch für die Polizisten selbst, die diesen Auftrag ernst nehmen, ist diese Situation hier sehr schwierig.

 

Sie wissen, sie sind nicht gewollt, vielleicht finden sie auch nicht alles gut, was ihre Kollegen hier tun, aber sie sitzen in der Zwickmühle. Daraus entwickelte sich das Konfliktmanagement, das sich um beide Seiten und ein besseres Verhältnis zwischen Polizei und Bevölkerung bemüht. 
 
 
Wir besuchten also 2008 gemeinsam die Schule. Jede Klasse ab der achten durfte zwei Schüler entsenden. Einer der beiden kam in Uniform, was ich auch sehr gut finde, damit die Auseinandersetzung klar ist. Hier ein „richtiger“ Polizist, da die Schüler. Der andere betreut das Projekt und ist kein Polizeibeamter, kam also auch in Zivil. Anfangs war die Atmosphäre angespannt – keiner der Schüler wollte so recht aufschauen,…“Ob die wohl wirklich zuhören werden ?“ Was wollen die überhaupt hier und von uns ?“ Ich konnte es förmlich aus den Köpfen und Herzen reden hören, aber nicht mit den Ohren. Dann kam das Gespräch in Gang, der erste erzählte. Und wurde wütend.

 

Und seine Trauer über das, was passiert ist, war ihm anzumerken. Danach sprachen sie, immer mehr Personen und immer mehr Geschichten. Ein Junge, der vom Mofa gezogen wurde & verprügelt worden ist, einer, der aus dem Imbiss geworfen wurde, ein Mädchen, deren Freundin der Arm gebrochen wurde von einem Pferd, das daraufgetreten ist. Diesmal wurde ihnen zugehört. Menschen waren da, die betroffen waren – das war deutlich zu sehen. Ich bewundere den Mut, den diese beiden Menschen mitgebracht haben. Sie haben sich vor eine Menge Menschen gesetzt und ihren Kopf für eine Auseinandersetzung hingehalten, die gesellschaftlich unglaublich notwendig ist, an der sie aber keine Schuld tragen. Sie haben Schülern das Gefühl gegeben, ja, es hört jemand zu. Noch ist das eine kleine Pflanze, aber das ist es, was ich will, dass wir Brücken bauen, auf denen wir uns treffen können. 

 

Und vielleicht schaffen wir dann ja gemeinsam die Atomkraft ab…